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"Gemeinsam, statt einsam!"
Inklusion und Evolutionspädagogik

Evolutionspädagogik und lnklusion Gemeinsam statt gesondert.
Deutschland hat 2009 die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen ratifiziert. Der Staat muss dann allen Kindern mit Behinderungen den Besuch einer Regelschule ermöglichen, sofern die Eltern dies wünschen. Die Staaten haben sich weiter verpflichtet, in allen gesellschaftlichen Bereichen Bedingungen zu schaffen, die diese Bedürfnisse berücksichtigen. Wir können mit dem bisherigen Defizit- und Störungsbegriff aber keine angemessenen Antworten entwickeln. lnklusion geht über den Begriff der Integration hinaus: „Die Kinder - mit und ohne Behinderung - sollen sich nicht in ein bestehendes System integrieren müssen, sondern das Bildungssystem soll sich so ändern, dass Vielfalt möglich ist.“
Was bedeutet das?

ln Zusammenhang mit dem Thema lnklusion wird deutlich, dass bestehende Probleme in erster Linie durch Ideologien entstehen. Definiere ich Defizite, habe ich Störungen, verbinde ich diese mit Schuld, habe ich Schuldige. Lasse ich jedoch das Bewertungssystem außen vor und beobachte lediglich, erhalte ich andere Ergebnisse: Verhaltensbandbreiten, individuelle Sichtweisen, Körpergleichgewicht, Ungleichgewicht. Und genau hier setzt das Konzept der Evolutionspädagogik an. lm Modell der Evolutionspädagogik werden Lern- und Verhaltensauffälligkeiten generell über die Körperebene diagnostisch aufgeschlüsselt. Das Wesen der Körperebene ist Bewegung und Gleichgewicht. ln der Evolutionspädagogik zeigen sich Lern- und Verhaltensprobleme als Bewegungsblockaden. Mit den Worten des bekannten Neurologen Antonio Damasio ausgedrückt heißt das: „Der Körper ist die Landschaft für Gefühle“. Das Auflösen der Blockaden geschieht durch die Herstellung eines speziellen Körpergleichgewichts mit den evolutiven Bewegungen. Und dann ändert sich auch die individuelle Wahrnehmung; denn Wahrnehmung bestimmt das Verhalten. Kinder verstehen heißt, ich muss herausbekommen, wie das Kind die Welt wahrnimmt.

Zuallererst müssen wir die traditionelle Sichtweise ersetzen. Sie schafft Fehldiagnosen und Fehlhandlungen, weil der Ansatz schlichtweg eindimensional ist. Die bisherigen Bewertungsnormen schließen unzählige Kinder davon aus, ihre Chancen und Möglichkeiten in der Gesellschaft zu entdecken und wahrzunehmen. Zweitens gilt es, vor allem die Fähigkeiten zu entdecken und diese bestmöglichst zu fördern. Die Frage lautet: Was kannst du besonders gut? Die üblichen Unterrichtsfächer blieben bestehen, verlören aber ihre Dominanz und Ausschließlichkeit. Das Ergebnis sähe dann so aus: Durch die Talentförderung reift ein vertrauensvolles Selbstbewusstsein, das in der Lage ist, auch die anstehenden Aufgaben zu lösen. Aus den Talenten entwickeln sich die Berufstätigkeiten. Jeder Mensch ist auf seine ganz persönliche Weise talentiert. Keiner geht verloren.

Der Berliner Erziehungswissenschaftler Ulf Preuss-Lausitz fordert ein Auslaufen der Förderschulen für Lernen, Sprache und Verhalten. Diese Schwerpunkte könnten innerhalb von acht Jahren in den allgemeinen Schulen verankert werden, so der Pädagoge. Um die lnklusion voranzubringen und wohnortnahe Schwerpunktschulen zu schaffen, müssen nach seiner Ansicht alle Bundesländer in ihren Schulgesetzen einen Rechtsanspruch auf lnklusion verankern. Eine Mutter drückt die elterlichen Wünsche so aus: „Viel wichtiger als der Lernstoff ist, dass mein Sohn sich in einem normalen Umfeld bewegt und nicht in einer gesonderten Gruppe“. Unsere Vision: Aus Schulen werden Kompetenzzentren.


Quelle: Informationen zur lnklusion aus der Münchner Kirchenzeitung 17. Juni 2012 Gemeinsam statt gesondert. Die lnklusion an Schulen macht mittlerweile Fortschritte

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